Kategorie: Blog

Alle Neuigkeiten aus dem Projekt.

Winter auf der Zollernalb

Von Daniela Graf

Hohenzollern, Fotografin: Daniela Graf

Schon seit langem wollte ich die Burg Hohenzollern fotografieren, vorzugsweise wenn sie über den Wolken „schwebt“. Als ich dann im Internet beim Blick auf verschiedene Webcams feststellte, dass sich die Burg Hohenzollern gerade kurz über dem Nebelmeer befand, bin ich schnell losgefahren um die langersehnte Aufnahme zu bekommen. Wie so oft in der Naturfotografie lief nicht alles genau nach Plan. Zwar ist dieses Motiv der Schwäbischen Alb schon „totfotografiert“ und die schönen Pastelltöne des Sonnenaufgangs hätte ich auch nicht gehabt, aber ich hätte zumindest ein Bild mit der verschneiten Burg im Nebel machen können – aus dem Auto ausgestiegen bin ich dort, nach über eine Stunde Fahrzeit, allerdings im diesigen Sonnenschein… Naja, es wäre schon ein großer Zufall gewesen, wenn das Vorhaben schon im ersten Anlauf geglückt wäre. Für die richtige Stimmung, die perfekte Menge an Schnee, das passende Licht, usw. muss man in der Landschaftsfotografie schon mehrmals die gleichen Stellen aufsuchen.

Da ich aber nun mal schon vor Ort war, wanderte ich durch die verschneite Gegend und fotografierte andere Motive, um schließlich auf der anderen Seite des Berges festzustellen, dass der Sonnenuntergang vielleicht doch gar nicht so schlecht werden würde. Also blieb mir nichts anderes übrig als in einem zwei Kilometer Sprint durch den Tiefschnee wieder zurück zum Aussichtspunkt zu rennen, um wenigstens noch ein Paar Aufnahmen vom Hohenzollern zu bekommen. Wie so oft bewahrheitete sich die Erkenntnis, dass Landschaftsaufnahmen, obwohl sich die Motive nicht bewegen, sportlich gesehen, doch am anstrengendsten sind.

Hohenzollern, Fotografin: Daniela Graf

Hohenzollern, Fotografin Daniela Graf

Kiefer, Fotografin: Daniela Graf

Spuren im Schnee, Fotografin: Daniela Graf

Ein weiter Ziel war der Zillhauser Wasserfall, der durch seine 24 m hohe Eiswand sehr beeindruckt, jedoch fotografisch schwer umzusetzen war. Leider hatte ich auch mit nicht wenigen „Hinterlassenschaften“ diverser Besucher des Wasserfalls zu kämpfen, trotz des steilen und rutschigen Abstiegs war das Tal mit Müll übersät. Vollständigen Artikel lesen >

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Von Höhlen und Fledermäusen – eine Reise in die Dunkelheit

Was macht die Schwäbische Alb im Vergleich zu anderen Naturräumen in Deutschland aus? Welche Landschaften, Tiere und Pflanzen sind charakteristisch für die Alb? Mit diesen Fragen haben wir uns intensiv zu Beginn unseres Fotoprojektes beschäftigt, um eine Art „Motiv-Leitfaden“ zu entwickeln. Einige der repräsentativsten Naturbesonderheiten der Schwäbischen Alb haben wir auch in unser Logo einfließen lassen.

Viele unserer Motive haben ihren Ursprung in der Entstehungsgeschichte der Alb, weshalb es sich lohnt einen kurzen Blick auf die Geologie und die heutige Landschaftsform zu werfen – denn mit diesen Themen hängt unsere eigentliche Mission, die in diesem Blogbeitrag vorgestellt werden soll, zusammen.

Die Schwäbische Alb ist Teil der süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Den, wenn man so will „Grundstein der Schwäbischen Alb“, hat ein Meer zur Jurazeit vor rund 200 Millionen Jahren gelegt. Am Grund dieses Meeres lagerten sich Tone, Kalke und Mergel ab, deren Schichten durch Druck über sehr lange Zeiträume zu den bekannten Kalksteinen des Schwarzen, Braunen und Weißen Juras wurden. Durch die nach der Jurazeit folgenden Senkungs- und Hebungsprozesse formte sich die typische und so landschaftlich abwechslungsreiche süddeutsche Schichtstufenlandschaft. Dabei wurden die Jurakalke wie eine riesige Scholle gen Süden gekippt und es entstand die Grundform der Schwäbischen Alb, die sich heute wie ein breites Band vom Südwesten Baden-Württembergs in den Nordosten Richtung Bayern zieht. Durch die dann einsetzenden Erosionsprozesse entstand an der „gekippten Scholle“ die heute so charakteristische Landschaftsform: Am Nordrand die steile Stufe ins Albvorland mit ihren tiefen Taleinschnitten, im Süden die eher flachen Ausläufer ins oberschwäbische Molassebecken.

Doch nicht nur an der Oberfläche gab es Veränderungen. Das landschaftsformende Wasser drang in den porösen Kalkstein ein und löste über Jahrmillionen ein gigantisches Höhlensystem, eines der größten in der Bundesrepublik, aus der Albscholle. Natürlich wurde dieser neue Lebensraum „Höhle“ rasch von Tieren besiedelt und auch die ersten Menschen in Süddeutschland suchten darin Schutz. Die Alb mit ihren Höhlen diente dem schwäbischen Jugendroman-Klassiker „Rulaman“ von David Friedrich Weinland aus dem Jahre 1878 zur Kulisse – so oder so ähnlich wie von Weinland beschrieben, könnte damals in der Steinzeit das Zusammenleben zwischen Mensch und Natur in und um die Höhlen der Alb gewesen sein. Vollständigen Artikel lesen >

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Pleiten, Pech und … Glück gehabt…

von Wolfgang Trust

Nach schier unzählig erscheinenden Wochenenden ohne sichtbaren Sonnenaufgang, sollte es an diesem Samstag endlich wieder soweit sein. Die Wettervorhersage sagte voraus, dass es in der Nacht aufklart und ich endlich mal wieder etwas farbenprächtigere Winterfotografien auf den Sensor bannen könnte…

Irgendwann in der Nacht wache ich auf und schaue aus dem Fenster. Sterne. Wie schön. Das sieht ja vielversprechend aus. Jetzt noch ein bisschen weiterschlafen und dann den Tagesanbruch fotografisch festhalten. Um 5 Uhr stehe ich dann auf und sehe:  Sterne weg, Wolken da. Hm, was tun? Egal, ich fahre trotzdem auf die Alb. Schließlich ist ja noch Zeit, dass es aufklaren kann.

Geplant ist, von meinem Ausgangspunkt etwas unterhalb der Albkante entlang zu gehen. Da weht hoffentlich der Wind nicht ganz so unangenehm eisig. Ich will ja nicht, dass mein Hund frieren muss. Und wenn es dann beim ersten Tageslicht aufklart, habe ich einen tollen Ausblick und kann vielleicht ein schönes Foto zum Thema „Blick von der Alb“ beisteuern …

Dort angekommen sagt meine Wetter App „Bewölkung 24 %“. Der Blick in den Nachthimmel sagt… da ist keiner. Alles schwarz. Nix klar. Egal. Jetzt bin ich hier. So wie der Wind auch. Der eisige Wind. Ich laufe los und komme an einen schönen  Aussichtspunkt mit Blick auf den Ort in einem Alb-Tal. Gefällt mir. Ist zwar nicht die „Wilde Alb“, aber zum „Warm-Knipsen“ bei den Temperaturen ist der Anblick allemal geeignet.

Dann mache ich mich auf den Weg, denn ein gutes Stück weiter hinten im Tal erhoffe ich mir einen Ausblick, der als Motiv für die „Wilde Alb“ zu passen verspricht. Nach einiger Gehzeit ohne weitere Fotografien will ich auf meinem Navi schauen wie weit ich noch zu gehen habe… Navi? Wo ist mein Navi? Ich hab es doch vorhin an meinem Rucksack festgemacht… oh nein. Es ist weg. Mist, ich muss zurück, Navi suchen.

Den ganzen Rückweg suche ich den Boden ab. Nichts. Ich gehe bis zu dem Ausgangspunkt wo ich zuletzt einen Blick darauf geworfen hatte. In meiner Erinnerung war dies ganz am Anfang der Strecke, ca. 100 Meter von meinem Auto entfernt. Dort wieder angekommen… nichts. Kein Navi. Was mach ich jetzt. Laufe ich nochmal die ganze Strecke ab? Ich entscheide mich für ein „hilft ja nichts, muss ich machen“. Mein Hund schaut schon ganz komisch als ich beginne, nochmal denselben Weg zurück zu gehen. Und dann… nach weiteren 10 Metern… da, bedeckt vom Schnee… mein Navi. Puh. Glück gehabt, ich hab mein Navi wieder. Und nun? Vollständigen Artikel lesen >

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Erste Begegnung mit Sperlingskäuzen auf der Alb

Von Thomas Muth

 

Sperrlingskauz

Fotograf: Thomas Muth

Der etwa starengroße Sperlingskauz ist der Zwerg unter den Eulen.

Bisher kannte ich die Art nur aus der Gehegezone des Bayrischen Waldes.
Erfreulicherweise kann man ihn inzwischen aber auch auf der Schwäbischen Alb finden. Dort breitet er sich derzeit sogar noch weiter aus.

Meine erste Begegnung mit dem Sperlingskauz war, wie fast immer, wieder eher zufällig. An einem Samstagnachmittag Ende Februar war ich unterwegs um nach Wanderfalken zu schauen, die ich im Herbst des Vorjahres auf der Alb beobachten konnte. Der Terzel versuchte gerade in der Felswand ein Kolkrabenpaar zu vertreiben. Es ging hier sichtlich um den Besitzanspruch einer Nistplattform.

Um von den Vögeln nicht gesehen zu werden, suchte ich mir Sichtschutz unter Fichten am gegenüberliegenden Hangwald. Nach einer Weile hörte ich den vermeintlichen Ruf eines Dompfaff im Bergwald über mir. Aber irgendwie war der Ruf zu regelmäßig und er klang bei genauem Hinhören auch nicht so weich … „Ein Sperlingskauz!“ schoss es mir durch den Kopf, am helllichten Nachmittag! Für mich eine riesige Freude.

Kurzerhand disponierte ich um und begann dem Rufen auf den Grund zu gehen. Es gelang mir aber nicht, den Abstand zu verkürzen, denn auch die Eule wechselte ständig ihre Warte. Ihr Rufen wurde leiser, bis es dann schließlich verstummte.

Ich beschloss die Dämmerung abzuwarten, in der Hoffnung, die kleine Eule nochmals zu hören. Es wurde mit der Zeit immer finsterer und es blieb still, so dass ich beschloss, langsam in Richtung Auto aufzubrechen. Ich hatte fast das Tal erreicht, als ich wieder leise dieses monotones Rufen hörte. Sofort blieb ich stehen und stellte fest, dass hier sogar zwei Sperlingskauzmännchen am Rufen waren. Beeindruckt von diesem Erlebnis setzte ich meinen Weg durch das Tal fort. Es sollte noch besser kommen.  „Ist da nicht etwas?“, ca. 100m vor mir musste ebenfalls ein Sperlingskauz sitzen und rufen. Langsam bewegte ich mich auf dem Waldweg das Tal entlang und stand urplötzlich inmitten von 4 balzenden Sperlingskauzmännchen … unfassbar! Aus allen Richtungen waren sie nun zu hören und ganz nah! Vollständigen Artikel lesen >

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Ein besonderes Naturschutzgebiet – die Irndofer Hardt

Von Reinhard Koch.

Blick ins Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt, Fotograf: Reinhard Koch

Auf der Schwäbischen Alb gibt es viele Naturschutzgebiete, wie auch das hier vorgestellte, besonders hoch gelegene im Landkreis Tuttlingen. Es hat ein ganz besonderes und kaltes Klima. Dort wachsen deshalb ganz ausgefallene Pflanzen, die zum Teil auf der Alb fast nur dort vorkommen.

So zum Beispiel der Knöllchen-Knöterich (Bistorta vivipara), eine lebendgebärende Pflanze. Das bedeutet, dass diese kleine Pflanze am Blüten-Stängel fertige Pflänzchen ausbildet, die abfallen, weiterwachsen und sich so vermehren. Diese Pflanze gedeiht sonst eher in den Alpen ab ca. 1000 m ü.NN.

 

Knöllchen-Knöterich, Fotograf: Reinhard Koch

Der Knöllchen-Knöterich ist sehr klein und wird sicherlich von den meisten Besuchern übersehen, obwohl einge Pflanzen direkt am Wanderweg wachsen, so dass er von diesem aus entdeckt und fotografiert werden kann.

Weitere hochinteressante Gewächse in diesem besonderen Gebiet der Schwäbischen Alb sind Eiszeitrelikte und kommen sonst im hohen Norden und in Sibirien vor, wie z.B. die Bleiche Weide (Salix starkeana), die in Deutschland zu den gefährdeten Arten gehört.
Besonders hübsch ist auch das Narzissen-Windröschen (Anemone narcissiflora).

Bleiche Weide, Fotograf: Reinhard Koch

 

Narzissen Windröschen, Fotograf: Reinhard Koch

 

Krabbenspinne an Narzissen Windröschen beim Beutefang, Fotograf: Reinhard Koch

 

Nach so vielen Bildern,
immer in Bodennähe,
darf sich ein Fotograf
auch mal ausruhen.

Reinhard Koch

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Ein persönliches Projekt-Zwischenfazit eines Landschaftsfotografen

Ein Beitrag von Wolfgang Trust.

Eigentlich bin ich fotografischer Einzelgänger… doch dann erfuhr ich von dem „Wilde Alb“-Projekt. Als Alb-Fan wollte, nein musste ich einfach dabei sein. Und so kam es, dass ich mich zusammen mit den anderen Projektmitgliedern dem Ziel verschrieb, die „Wilde Alb“ mit neuen Sichtweisen fotografisch darzustellen.

Aber was heißt das für mich, war zunächst die Frage? Klar, es sollten Fotos sein die ab 2016 entstanden sind. OK, das krieg ich hin. Aber wie sollten Fotos entstehen, die man so noch nicht gesehen hat?

Ich versuche mich dieser Zielsetzung zu nähern, indem ich die Alb zu Zeiten aufsuche, an denen üblicherweise eher selten Fotografien z.B. für Reiseführer entstehen. Zumeist in den frühen Morgenstunden. Ob es mir gelingt, neue landschaftliche Ansichten zeigen zu können, wird sich natürlich erst am Ende des Projektes zeigen. Aber auf alle Fälle haben sich für mich persönlich ganz neue Ansichten der Alb und fotografische Einsichten ergeben.

Hier eine kleine Auswahl der Fotografien:

Blick ins Donautal

Fotograf: Wolfgang Trust
Ein Blick ins herbstliche Donautal vor Sonnenaufgang – ein Motiv das man unzählige Mal sehen kann. Und an manchen Tagen bekommt man selbst in den frühen Morgenstunden an bestimmten Aussichtsplätzen keinen Platz mehr um sein Stativ aufzustellen. Also braucht es ganz bestimmte Bedingungen, um ein Foto zu machen, das es so nicht so oft gibt: die Blätter des goldenen Herbstes sind schon von den Bäumen, es ist kein Nebel im Tal vorhergesagt und es gibt laut Wettervorhersage keine Wolken am Himmel, die die klassischen Morgenfarben wiedergeben können.

 

Birke am Ende der blauen Stunden

Fotograf: Wolfgang Trust
Vor allem an den Tagen mit kurzen Nächten bietet der Tagesanfang die Möglichkeit, die Landschaft der Alb für sich alleine zu haben und ihre wundervollen Farbnuancen abzulichten.

 

Schneefall bei einer Baumgruppe

Fotograf: Wolfgang Trust
Und auch das Wetter hilft dabei, Motive zu finden, denen man sonst kaum Aufmerksamkeit schenken würde. So verhinderte z.B. der Schneefall auf der Albhochfläche die Fernsicht und reduzierte das Motiv einer Baumgruppe auf ein Minimum.

 

Aussicht am Albtrauf

Fotograf: Wolfgang Trust
Manchmal hilft es auch, das oft gesehene fotografisch zu reduzieren und so auch mal anders darzustellen. Der Einsatz eines Teleobjektivs hat hier geholfen, diese Aussicht am Albtrauf optisch auf das für mich Wesentliche zu reduzieren.

 

Stille der Alb

Fotograf: Wolfgang Trust
Mancherorts hilft die Alb selbst dabei, den Blick trotz der weiten Landschaft auf Einzelheiten zu konzentrieren. So bieten Hügel wie hier Anblicke, die die Stille der Alb nicht nur hören, sondern auch sehen lassen.

 

Von der Alb ins Albvorland

Fotograf: Wolfgang Trust
Blicke in die Ferne, wie hier von der Alb ins Albvorland, sind natürlich schon unzählige Mal abgelichtet. Der Herausforderung, Orte wie diesen in ungewohnten Ansichten zu fotografieren, werde ich mich wohl weiter stellen müssen und wollen. Schließlich ist das Projekt für mich nicht nur Ergebnis, sondern auch Entwicklung.

Und Entwicklung gilt es für mich nicht nur aus fotografischer Sicht, sondern auch geographisch im weiteren Verlauf des Projektes zu machen. Denn es gibt noch einige Ecken auf der Alb, die ich noch  nicht besucht habe, von denen ich aber gerne Fotografien für das Projekt beisteuern möchte.

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Blind vor Schnelligkeit – Deutscher Sandlaufkäfer

Alexander und Ulrich Pflug, Uwe Schwenk

Deutsche Sandlaufkäfer

Deutscher Sandlaufkäfer (Cylindera germanica), Fotograf: Alexander Pflug

Der Deutsche Sandlaufkäfer (Cylindera germanica) läuft auf der Jagd, bevorzugt nach Ameisen, manchmal so schnell, dass er nichts mehr sehen kann. Dann muss er sich auf seine ausgeklügelten Antennen verlassen. Er kommt nur noch vereinzelt vor, unter anderem auch in unserem Einzugsgebiet auf der Schwäbischen Alb.

Ihn zu „erwischen“ und dabei noch ein ansprechendes ungewöhnliches Foto zu machen, haben wir uns als Aufgabe im Rahmen unseres Wilde Alb – Projekts gestellt. Der Deutsche Sandlaufkäfer kommt in unserem Einzugsgebiet am Albtrauf vor, so dass wir in unzähligen Versuchen wenigstens einen angenehmen Anfahrtsweg hatten.

Ich möchte nicht wissen, was sich die Leute gedacht haben, als ich auf dem Boden kniend an einer kargen Stelle mit der Kamera ins scheinbare Nichts gezielt habe und immer wieder aufgestanden bin, um an anderer Stelle wieder hinzuknien. Und das in sengender Hitze. Die Käferchen lieben es bei größtmöglicher Hitze in der prallen Sonne aktiv zu sein, wir nicht. Ein Tuch um die Stirn gebunden hält wenigstens die ärgsten Schweißtropfen von der Kamera ab. Dann bedarf es unzähliger Versuche und viel Geuld. Näher ran, manuell fokussieren, Auslöser drücken und feststellen, dass man mal wieder zu langsam war. Wenn einen die Hitze und die überaus aktiven Tierchen zermürbt haben geht es wieder mit wackligen Knie den Berg wieder runter. Zuhause angekommen stellt man dann fest, dass die Ausbeute unscharfe, verwackelte oder Fotos ohne jeglichen Käfer drauf sind.
Also andere Herangehensweise, vielleicht hat auch der Zufall mitgespielt. Ich bin bei bestem Wetter wieder auf den Berg, oben angekommen war nicht weit weg ein heranziehendes Gewitter zu hören. Trotzdem, ein, zwei Aufnahmen sind bestimmt noch drin. Und tatsächlich waren immer noch Käfer aktiv, zwar wesentlich weniger, aber dafür bei leichter Bewölkung, so dass das Licht nicht mehr so hart war. Und tatsächlich, die ersten Bilder gelingen. Vollständigen Artikel lesen >

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Biberfotografie auf der Schwäbischen Alb

Von Thomas Muth

Es begann am 13.07.2017. Der Sommer machte etwas Pause und so beschloss ich, auf der Alb nach Gebirgsstelze und Eisvogel zu suchen.
Mein Projektgebiet erstreckt sich von Blaubeuren bis Zwiefalten und es fließen dort ein paar Bäche und Flüsse mit klarem Wasser durch die schwäbische Alblandschaft.

Dieser Tag hielt aber eine besondere Begegnung für mich bereit.
Am Wildbach angekommen, dauerte es nicht lange bis sich eine Wasseramsel und die Gebirgsstelze in ihrem Biotop zeigten. Das Umfeld war nicht optimal und so ging ich in Fließrichtung dem Wasser entlang weiter, bis sich der Bach in der Breite ausdehnte. Um die schöne Landschaft zu genießen, machte ich kurz halt und da sah ich ihn – den Biber (Castor). Kaum 10m von mir entfernt.

Erste Bibersichtung, Fotograf: Thomas Muth

Es saß im seichten Wasser, das ihn reißend umspülte und fraß, ganz unbeeindruckt von mir, Wasserpflanzen, die er vom Grund des Wildbaches geerntet hatte.
Ich überlegte kurz, was ich mit dieser Situation anfangen sollte, hatte ich doch nur mein 70 – 200 mm Objektiv und ein Weitwinkel dabei – alles andere um brauchbare Fotos vom Biber machen zu können.

Naja, ein Foto aus der Entfernung kann nicht schaden, dachte ich und so begann meine Fotostrecke.
Nach den ersten Fotos schwamm der Biber bachabwärts und verschwand hinter einer Biegung. Gemütlich folgte ich dem Bachlauf und stand plötzlich knapp 4m vor dem Säuger, der inzwischen das Wasser verlassen hatte und sich an einem Erlenbusch zu schaffen machte. Das hohe Gras um ihn herum machte das Fotografieren zwar sinnlos, schmälerte das Erlebnis jedoch nicht. Mehrmals kam es am fortlaufenden Abend zu dermaßen Nahbegegnungen, dass ich ihn hätte fast berühren können. Erstaunlicherweise zeigte er aber gegenüber Wanderern ein ganz anderes Verhalten.

Biber, Fotograf: Thomas Muth

Biber, Fotograf: Thomas Muth

Biber, Fotograf: Thomas Muth

Biber, Fotograf: Thomas Muth

Meine Anwesenheit machte die Spaziergänger natürlich neugierig und ich sah es ihnen an, dass sie sich fragten was ich dort wohl beobachten würde. Trotz meines vehementen „Abwinkens“ kamen doch viele Zweibeiner zu mir ans Bachufer und der Biber verschwand mit einem lauten Platschen. Dieses Verhalten meiner Mitmenschen hatte mich oft geärgert. Ich kannte mein „Model“ mittlerweile gut genug um zu wissen, dass er kurze Zeit später wieder bei mir auftauchen würde. Vollständigen Artikel lesen >

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Wanderfalken (Falco peregrinus)

Von Gerhard Schenk

Der Wanderfalke (Falco peregrinus), unser größter heimischer Falke, fasziniert nicht nur durch seinen rasanten Sturzflug bei dem er bis zu 300 km/h erreichen kann, sondern auch durch seine enge Bindung an den Lebensraum „Fels“ in Süddeutschland. In den 60er- und 70er-Jahren stand der Wanderfalke in Deutschland kurz vor dem Aussterben, nennenswerte Populationen gab es nur noch in Baden-Württemberg und Bayern. Durch den Verfolgungsdruck auf Greifvögel, den Einsatz des Pestizids DDT aber auch auf Grund von Störungen durch Freizeitsportarten wie Klettern brachen die Bestände regelrecht zusammen. Einigen ehrenamtlichen Naturschützern war es damals zu verdanken, dass durch intensive Schutzbemühungen auf der Schwäbischen Alb der Wanderfalke seinen Lebensraum wieder zurück erobern konnte und heute ganz Deutschland besiedelt. Bis heute kümmern sich engagierte Naturschützer in der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW), die nun seit über 50 Jahren in Baden-Württemberg besteht, um den Erhalt des majestätischen Greifvogels. Dass die Felsbruten auf der Schwäbischen Alb inzwischen zurück gehen hat einen anderen, aus naturschutzfachlicher Sicht erfreulichen, Grund: Der Uhu (Bubo bubo), unsere größte heimische Eulenart, hat sich ebenfalls hervorragend im Bestand erholt und besiedelt ebenfalls bevorzugt die Felsen der Alb. Der Nachteil für den Wanderfalken? Er steht auf dem Speiseplan des Uhus!

Da beide Vogelarten, Uhu wie Wanderfalke, so charakteristisch für die Schwäbische Alb sind, dürfen sie natürlich auch in unserem Fotoprojekt „Wilde Alb“ nicht fehlen. Bilder von solch geschützten und sensiblen Arten können nur in enger Kooperation und Abstimmung mit den ehrenamtlichen Horstbetreuern stattfinden. Ein ebenfalls wichtiges Anliegen in unserem Fotoprojekt, schließlich sollen unsere Bilder für den Schutz von Arten und Lebensräumen der Schwäbischen Alb werben und die Entstehung unserer Bilder ohne erhebliche Störungen erfolgen. Gerhard Schenk konnte vor einigen Wochen im Rahmen solch einer Kooperation erste Bilder von Wanderfalken, hier einem Jungfalken, machen. Vollständigen Artikel lesen >

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Gämsen am Albtrauf

Ein Beitrag von Ulrich Mattes

Nachdem ich erfahren hatte, dass es im Bereich der Alb nicht nur im Oberen Donautal, sondern auch am Albtrauf im Zollernalbkreis Gämsen gibt, habe ich mich einige Male früh morgens dorthin aufgemacht. Erst im 3. Anlauf ist es mir überhaupt gelungen Gämsen zu fotografieren. Die Tiere sind doch recht scheu und laufen davon, sobald sie einen bemerken.

Gamsbock, Fotograf: Ulrich Mattes

Gamsbock, Fotograf: Ulrich Mattes

Gamsbock, Fotograf: Ulrich Mattes

Die ersten Bilder entstanden Ende April, als noch etwas Schnee lag. Es handelte sich  um eine vermutlich männliche Gämse, die neugierig genug war, stehen zu bleiben, obwohl sie mich offensichtlich gesehen hatte.
Weitere Bilder konnte ich bis Ende Juni mit nach Hause nehmen. Es waren sowohl einzelne, wohl männliche Tiere, als auch eine Herde mit teilweise bis zu 11 Gämsen zu beobachten.

Gämse, Fotograf: Ulrich Mattes

Herde Gämsen, Fotograf: Ulrich Mattes

Herde Gämsen, Fotograf: Ulrich Mattes

Dazu habe ich mich vorsichtig hinter Büschen auf Fotodistanz angeschlichen, so dass mich die Gämsen nicht bemerkten. Unter diesen Bedingungen verzichtete ich auf ein Stativ. Alle Fotos sind aus der Hand entstanden.
Im Juni hatte sich auch Nachwuchs eingestellt, ein lebhaftes Kitz hat sich mit dem Muttertier auf der Wiese gezeigt.

Muttertier mit Kitz, Fotograf: Ulrich Mattes

Gamskitz und Jungtier, Fotograf: Ulrich Mattes

Mit jedem Mal Anschleichen gewinnt man an Erfahrung dazu, so dass bestimmt auch noch weitere Fotos entstehen, wie ich sie mir vorstelle.

Ulrich Mattes

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